Bobbys 32er Ford Coupe                                                                                                           


Ich bin Bobby Deuce. Auf diesen Seiten berichte ich über mein 32er Ford 5-Fenster-Coupe.

Für diejenigen, die es interessiert, schreibe ich noch einführend kurz, wie ich zum Hot Rod gekommen bin: In meiner Jugend merkte ich zunächst, dass mir auffallend viele Musikstücke aus den 50er Jahren gut gefielen. Woran das lag, weiß ich nicht, denn diese Zeit war damals schon "lange" vorbei, und ich kannte sicher 10 Jahre auch keinen anderen, dem es auch so ging. (Nein, es gab damals kein Internet!) In Filmen aus den 50ern, viel mir dann immer mehr das positive Lebensgefühl auf, was auch scheinbar irgendwie zwischen den Zeilen transportiert wurde. Dort sah man dann auch die schicken Autos jener Zeit, die Klamotten und Frisuren.

Als ich in die Lehre kam, bemerkte ich, dass es Zeitschriften gab, in denen über (oft aufgemotzte) amerikanische Wagen berichtet wurde. Manchmal waren auch welche aus den 50ern dabei, die mir wegen der schönen Formen am besten gefielen. Ausserdem passten die eh am besten zu der schönen Musik, die ich so mochte. Als ich 18 war, kaufte ich mir meinen ersten Chevrolet Camaro von einem Schrottplatz, der einen Blechschaden hinten hatte. Das ist zwar kein 50er Jahre Wagen, aber immerhin ein "Ami" mit V8-Motor. Im Geiste hätte ich auch später noch gerne ein 50er Jahre Auto gehabt, habe es aber nie umgesetzt, da ich aufgrund der Größe und des Alters der Wagen, bei den Reparaturen mit einem "Fass ohne Boden" rechnete, und die Gefahr bestand, dass es mich finanziell auffressen würde. Ausserdem schätzte ich die Fahrleistungen eher als behäbig ein, sodass mehr als "nur" gemütliches cruisen vielleicht nicht möglich wäre. Und das bei einem nicht unerheblichen Benzinverbrauch in der Stadt (in der ich wohne und arbeite), der sich erschwerend auswirkt, wenn man den Wagen jeden Tag nutzen "muss", da man dann sicher kein zusätzliches Auto noch haben würde. So bin ich in den darauffolgenden Jahren nach einigen deutschen Wagen, und dann doch nochmal einem weiteren Camaro, von dem Wunsch einen amerikanischen Wagen besitzen zu wollen, zunächst gedanklich erstmal wieder abgekommen.

Schlagartig wurde mein Interesse ca 4,5 Jahre nach dem Verkauf des zweiten Camaros aber wieder geweckt, als ich als Besucher auf einem Ami-Treffen einen schicken Hot Rod Sedan ("Kombi") sah. Das schöne dumpfe Brabbeln des V8-Motors, des im Standgas vor sich hinrollenden Fahrzeugs erinnerte mich wieder an meine Camaros damals. Die Hot Rods aber, wirkten schon so, als schienen sie viel bessere Leitsungsgewichte zu haben, und zudem waren sie auch noch in den 50er Jahren populär.

Ausserdem sind sie individuell ganz verschieden, sodass man als Besitzer seine Kreativität viel mehr einsetzen kann, als bei einem Fahrzeug, was es möglichst in den Zustand herzurichten gilt, in dem es damals wohl original auch gewesen ist. Demnach ist ein Hot Rod doch genau das richtige für MICH: Ein recht überschaubarer schöner Wagen, mit starkem V8-Motor. Optisch scheinen sie einen Luftwiderstandsbeiwert (CW-Wert) aufzuweisen, der ungefähr dem eines Kleiderschranks zu ähneln scheint. Große hintere Antriebsräder, mit denen manche Rods ausgestattet sind, wirken aber so, als sei der Wagen konstruktiv so ausgelegt worden zu sein, auch mal etwas zügiger von der Ampel weg kommen zu können, wenn der Fahrer es wollte.

In meinem Fall sollte es möglichst ein 32er Ford 5 Fenster-Coupe werden, (das Modell, was auch z.B. von John Milner in American Graffiti gefahren wird). Aber ich wollte NICHT versuchen eine möglichst gute Filmkopie von dem Auto zu erschaffen, sondern legte mehr Wert darauf, in vielen Dingen meine inidividuellen persönlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Er sollte z.B. kein zu öffnendes Dach haben, da ich Undichtigkeiten noch von meinem alten 911 Targa kannte. Ausserdem sollte er z.B. ein Automatikgetriebe (möglichst mit Wählhebel am Lenkrad), und eine durchgängige Sitzbank bekommen. Die hinteren Räder sollen hohe Reifenflanken haben und die Kotflügelöffnungen gut ausfüllen, auch wenn es sich nicht positiv auf die Straßenlage auswirkt. Die Neigung des Fahrzeugs ist mir von Anfang an wichtig gewesen (Als ob es so aussieht, als sei der Wagen hinten etwas höher, dadurch bedingt, weil es die schönen hohen Reifen nicht anders zulassen) (wenn die Hinterachse nicht durch den Kofferraum verlaufen soll). Die 32er Kühlermaske sollte nicht windschnittig schräg nach hinten geneigt sein (oder sogar gechopt wie bei John Milners Rod), sondern genau anders herum. Irgendwie finde ich, dass es dann so wirkt, als sei der Wagen wie ein kleiner Rebell, dem eine gute Aerodynamik ziemlich egal ist, z.B. weil er es vielleicht schon vor Jahrzehnten aufgegeben hat, sich dem Fortschritt zu unterwerfen (oder er vielleicht sowieso genug Leistung unter der fehlenden Haube hat?).

Viele Sachen, die ich jetzt aber alle gar nicht aufschreibe gab es noch, oder kristallisierten sich im Detail später noch heraus. Es dauerte dann noch 1,5 Jahre bis ich das allererste Teil für das Auto gekauft habe. Vorher recherchierte ich in Zeitschriften (ohne Internet damals!), verkaufte meinen halbfertigen Geländewagen, suchte und fand eine 2. Arbeitsstelle für die Wochenenden. (Manchmal hatte ich auch noch eine dritte.) Zudem nahm ich auch noch einen 5stelligen Kredit auf. Ich baute das Fahrzeug quasi neu auf, weil ich mir ein fertiges Fahrzeug gar nicht leisten konnte. Es dauerte einige Jahre, obwohl ich soziale Kontakte sehr stark einschränkte. Die Zeit mußte ich einfach entweder zum Geld verdienen nutzen, oder um am Auto weiter zu kommen. Überlegt es euch gut, wenn ihr sowas vor habt. Oder laßt euch mehr Zeit für den Aufbau. Über die Jahre wurde es dann auch alles noch viel teurer, als ein gebrauchter Rod gekostet hätte. Aber auf diese Weise konnte ich von vornherein mein Wunsch-Fahrzeugmodell und einige Details gleich mit berücksichtigen.

Das Fahrzeug habe ich dann ab Mitte der 90er Jahre mit GFK Karosserie auf einem 55er Framo Rahmen, angefangen aufzubauen. Die Motor- und Achsaufhängungen im Rahmen, ließ ich damals professionell von einem speziellen Fachbetrieb für Hot Rod Fahrzeuge einpaßen, der damals schon einige Hot Rods nach TÜV-Vorgaben neu aufgebaut hatte, die auch abgenommen und zugelasssen worden sind. Den anschließenden Aufbau meines Rods, habe ich dann ab Januar 1996 (einem Grundgedanken des Hot Roddings folgend, möglichst fast alles selber machen zu wollen) in Eigenregie bewerkstelligt. Die Achsen, der Motor, die Lenksäule und vieles andere, stammen aus den 70er Jahren. Ich habe Teile aus mindestens 16 verschiedenen Fahrzeugen verwendet. Vieles muss man erst passend machen, oder aus anderen Teilen neu machen. Optisch soll dieses Fahrzeug an die Hot Rods der 50er Jahre erinnern. Die Ähnlichkeit mit dem Rod von John Milner aus "American Graffiti" ist kein Zufall.


Einen Hot Rod, ganz fertig zu bekommen scheint aussichtslos zu sein, weil neben den normalen zu erledigenden Reparaturen und Wartungsarbeiten, dem jeweiligem Besitzer des Fahrzeugs über die Jahre auch immer wieder viele Verbesserungen einfallen, die es umzusetzen gilt. Ein Oldtimer scheint umso besser, je mehr er dem Original-Zustand des Tages seiner Auslieferung an den ersten Kunden entspricht. Ein Hot Rod hingegen, ist individuell veränderbar, und umso "besser", je mehr er z.B. seinem Besitzer gefällt.

Der erste Bericht  ("Marsnamen") beginnt im Sommer 2010, als ich mir vornahm, das Fahrzeug für umfangreichere Maßnahmen wieder auseinander zu bauen. Er beinhaltet aber auch einen kleinen Rückblick auf die Aufbauzeit des Rods in den 90er Jahren. Er endet im Juli 2012.

Der zweite Bericht umfasst dann den Zeitraum von August 2012 bis Juli 2013.

Im dritten, dann darauffolgenden Bericht (August 2013 bis Mai 2014) geht es um den Neuaufbau eines Motors mit einem Block von 1991, den der Rod dann bekommen soll.

Und der vierte, vorläufig letzte Bericht wird den Zeitraum von Juni 2014 bis Juni 2015 beinhalten. So wären dann 5 Jahre aus dem Leben dieses Rod(der)s dokumentiert.



Der Rod im Sommer 2010
Umbaumaßahmen von Sommer 2010 bis Juli 2012

(Da einige Leute den Titel nicht verstanden haben: "Marsnamen" steht als Synonym für "Fachbegriffe")

Die nachfolgenden Berichte stelle ich dann demnächst ein, sobald ich abschließend mit ihnen zufrieden bin.











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